Plug-ins, Loudness

Automatisieren Sie Ihre Podcast-Produktionen

In diesem Artikel führen wir Sie durch die wichtigsten loudness-bezogenen Begriffe und zeigen Ihnen, wie Sie Ihren gesamten Podcast-Produktionsprozess problemlos automatisieren - und optimieren - können.

Thomas ValterOktober 14, 2020

Vielleicht haben Sie gerade begonnen, Ihre ersten Podcasts zu kreieren, oder Sie haben schon zahlreiche veröffentlicht. Aber egal, wie weit Sie auf Ihrer Podcast-Reise gekommen sind, es gibt ein paar Dinge in Bezug auf Loudness, über die Sie mehr lernen und denen Sie mehr Aufmerksamkeit schenken müssen.

Erfreuen Sie Ihre Zuhörer

Wenn Sie Podcasts erstellen und anbieten, durchlaufen Sie wahrscheinlich eine Einführungsphase, in der Sie eine begrenzte Anzahl von Abonnenten haben. Aber sobald Ihr exzellenter Podcast Fahrt aufnimmt, werden mehr und mehr Menschen Sie entdecken, und in diesem Fall - und von diesem Zeitpunkt an - werden immer mehr Zuhörer mehrere Programme hintereinander ansehen, um Ihren Back-Katalog zu erkunden.

Und wenn das passiert, ist das Letzte, was Sie möchten, dass Sie Leute abschrecken, indem Sie eine Reihe von Podcasts mit inkonsistenter Klangqualität im Allgemeinen und sprunghaft ansteigenden Loudness-Pegeln im Besonderen präsentieren. Dies gilt sowohl für das interne Programm-Material als auch für die Episodenreihen. Sie wollen vermeiden, dass Ihre Zuhörer während einer Episode oder zwischen den Episoden die Lautstärke hoch- oder runterdrehen müssen.

Ebenso möchten Sie vermeiden, das die Zuhörer leise Stellen Ihres Podcasts verpassen oder Gefahr laufen, durch zu laute Passagen Hörschäden zu verursachen. Daher sollten Sie je nach Inhalt die Makro-Dynamik - auch bekannt als Loudness Range - einschränken.

Glücklicherweise ist dafür eine elegante Lösung erhältlich. Unsere CLC - Continuous Loudness Control-Software hilft Ihnen dabei, Ihr Ziel der Klangkonsistenz zu erreichen, ohne noch groß darüber nachdenken zu müssen, wenn einmal die Grundlagen dafür eingerichtet sind.

Aber das Wichtigste zuerst

Natürlich würden wir als erstes empfehlen, in gutes Equipment wie Mikrofone, Vorverstärker und Audio-Schnittstellen zu investieren. Hier beginnt alles, und Sie möchten sicherstellen, dass Sie die analoge Audio-Quelle (Ihre Stimme, Standordaufnahmen, Interviews, usw.) sauber aufnehmen und richtig in die digitale Domäne übertragen bekommen.

Wenn Sie soweit sind, den Podcast zu mischen, würden Sie bestimmt gerne ein einleitendes Jingle oder eine andere Form der akustischen Identifikation für Ihre Sendung einblenden. Und vielleicht haben Sie auch Hintergrundmusik oder Effekte während bestimmter Teile der Episoden. Dabei sollten Sie natürlich einen Workflow finden, bei dem Sie "Standard-Teile" - wie eine einleitendes Jingle - auf einen festen Pegel eingestellt haben, der zu den übrigen Audio-Anteilen passt. Sie können Sprach-Pegel auch manuell oder durch Anwendung eines Kompressors anpassen.

Optimieren Sie Ihre Podcasts mit CLC

Nun, zurück zu unserem Coninuous Loudness Control. CLC ermöglicht zwei Dinge, die sich für jeden Podcaster als sehr nützlich erweisen. Als erstes analysiert und misst der CLC Ihre gerenderte Stereo-Datei. Dann kann die Datei prozessiert werden, um die Loudness an die von Ihnen definierten Paramter anzupassen.
  

Target Loudness, Maximum LRA und TruePeak

Die festzulegenden Schlüsselparameter umfassen Target Loudness, Maximum LRA und TruePeak Limit. Nun, das mag zwar kompliziert klingen, aber so schwer ist es nicht. Und wenn Sie einmal Ihren perfekten Rahmen gefunden haben, brauchen Sie sich darüber keine Sorgen mehr zu machen.

Target Loudness ist die der Gesamt-Loudness-Pegel Ihrer Podcast-Episode - vom Start bis zum Ende (Loudness-Zielwert). Dieser Parameter wird auch Integrated Loudness bezeichnet und meist als I abgekürzt und angezeigt. Es gibt dafür eine riesige Menge an unterschiedlichen Standards und Empfehlungen, aber die meisten gelten für Fernsehen, Radio und Musik-Streaming-Dienste. Einen vollständigen Überblick über diese Standards haben wir in einem eigenen Blog-Artikel zusammengestellt.

Um Ihnen eine Vorstellung von den Loudness-Zielwerten (Loudness Targets) zu geben, ein paar Beispiele: Bei Fernseh-Übertragungen ist der Loudness-Zielwert standardisiert, aber die Standards variieren je nach Land, in dem Sie wohnen. In den USA ist z. B. der Wert auf –24 LUFS/LKFS standardisiert, in anderen Teilen der Welt auf –23 LUFS.

Allerdings ist –23/–24 LUFS eher niedrig, aber für das Fernsehen muss es niedrig sein, damit all die verschiedenen Genres abgedeckt werden können, die ein Sender ausstrahlt. Eine niedrige Loudness ermöglicht zudem Soundtracks mit hoher Dynamik. Für Streaming-Musik finden Sie hingegen normalerweise Loudness-Zielwerte um die –16 LUFS.

Maximum LRA definiert die maximale Loudness Range (LRA) - oder anders ausgedrückt, den erlaubten Dynamikbereich. Sie haben beispielsweise den Max.-LRA-Wert auf 12 LU gesetzt, so wird Ihre Audio-Datei nur dann bearbeitet, wenn die Loudness Range 12 LU überschreitet. Heutzutage hat eine Menge moderner Musik eher eine recht enge Loudness Range, dabei sind die leisen Stellen nicht viel leiser als die lauteste Stelle.

Im Gegensatz dazu hat ein Film normalerweise eine sehr große Loudness Range, die Platz für einen Schuss, eine Verfolgungsjagd und ein intimes Gespräch - vielleicht sogar ein Flüstern - lässt.

Uns ist bisher kein fester Standard für Podcasts bekannt, aber seitdem viele Menschen das Podcast-Hören unterwegs genießen, entweder im Auto oder mit Kopfhörern, würden wir dafür eine ziemlich enge Loudness Range festlegen. In einem Auto haben Sie einen Geräuscheteppich, den Ihr Inhalt durchdringen soll, und auf Kopfhörern möchten Sie Ihren Hörern nicht plötzlichen Ton-Explosionen aussetzen, die unangenehm sein oder - noch schlimmer - Gehörschäden verursachen könnten.

Abhängig davon, wie viele Sound-Effekte, Hintergrundmusik und Jingles Sie in Ihrem Podcast einsetzten, wären 6 LU in den meisten Fällen, in denen Sprache der zentrale Faktor ist, ein geeigneter maximaler Loudness-Range-Wert darstellen.

Denken Sie daran, dass sich der Loudness-Zielwert (Target Loudness) immer auf Ihre gesamte Audio-Datei bezieht - selbst wenn es sich um eine 90-minütige Show handelt. Die Parameter Max Momentary und Max Short Term funktionieren als fortlaufende Fenster, die viel kürzere Audio-Sequenzen messen und daher meist für sehr kurze Inhaltsstücke wie Werbespots oder Jingles geeignet sind. Aber für Podcast-Material wären diese Einstellungen in den meisten Fällen nicht notwendig oder es ist nicht sinnvoll, sich damit zu befassen.

CLC stellt sicher, dass Ihre Podcast-Episoden in Hinblick auf die Loudness-Pegel auf Linie gebracht werden. Auch sorgt er dafür, dass die leisen und lauten Teile nicht zu extrem ausfallen.

 
TruePeak Limit ist eine wichtige Funktion, die Sie in jedem Fall mit einbeziehen sollten, da sie als eine Art Sicherheitsgurt für Ihren Podcast fungiert. Sie verhindert Übersteuerungen und die damit verbundenen Verzerrungen in der finalen Phase, begrenzt aber auch plötzliche Ausbrüche, die problematisch für den Hörer sein könnten. Zudem stellt diese Funktion sicher, dass Ihr Podcast auch auf Übertragungswegen mit niedriger Datenrate verzerrungsfrei läuft. Hier sollte ein Wert von –2 dBTP gewählt werden.

Werden Sie "Der Batch-Man!"

 
Batch-Processing ist Stapelverarbeitung. Ab hier bekommt das Podcasting eine wirklich neue Wendung. Wenn Sie dies nicht gerade lesen, bevor Sie Ihre erste Podcast-Episode veröffentlichen, haben Sie vermutlich einen Back-Katalog.

Aber mit der Stapelverarbeitungsfunktion des CLC können Sie jetzt ein für alle Mal jede einzelne Episode daraus durch Ihre individuelle Voreinstellung schicken. Alles, was Sie tun müssen, ist einen Quellordner und einen Zielordner zu definieren. Folgen Sie jetzt einfach diesen Schritten:

  • Fügen Sie alle Ihre früheren Episoden in den Quellordner ein.
  • Wählen Sie den Stapel-Karteireiter im CLC.
  • Erstellen Sie ein neues Stapel-Preset.
  • Wählen Sie Ihr eigenes Preset unter CLC-Preset.
  • Stellen Sie den Kanal-Modus entsprechend Ihrer Episoden ein.
  • Wählen Sie Ihren Quellordner.
  • Wählen Sie Ihren Zielordner.
  • Bestimmen Sie Ihre bevorzugten Audio-Formate.
  • Klicken Sie OK!


Zudem gibt es Möglichkeiten zur Erstellung von Berichten, die genau dokumentieren, was mit den Dateien passiert ist. Diese sind wahrscheinlich vor allem für Sendeanstalten relevant, die die Einhaltung bestimmter Loudness-Vorschriften dokumentieren müssen. Für Podcasts könnte dies für eine spätere Auswertung nützlich, aber nicht unbedingt notwendig sein.

Wir hoffen, dass der CLC Ihnen dabei hilft, Ihrem Publikum noch besser klingende und stets konsistente Inhalte zu liefern.

 

   


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Technisch gesehen

Was benötigen Sie für den Betrieb des CLC - Continuous Loudness Control?

Der CLC ist ein Plug-In und eine Standalone-Anwendung für Mac und PC.

Er ist in zwei Versionen erhältlich:

  • Vollversion mit Kanalunterstützung bis 22.2
  • Preisgünstige Stereo-Version


Die Kanal-Format-Unterstützung ist der einzige Unterschied zwischen den beiden Versionen.

Sie sind beide in unserem internationalen Web-Shop erhältlich.

 

Eigenschaften CLC - Continuous Loudness Control

  • Live-Audio, DAW-Audio und Audio-Dateien (File-Modus) in Mehrkanal-Anwendungen
  • Stapelverarbeitung (Batch processing)
  • Erweiterte Audio-Format-Unterstützung (z. B. MXF)
  • Loudness gemäß aller weltweiten Standards
  • Einstellbarer Zielwert für Loudness und Loudness Range
  • Einstellbarer TP-Limiter
  • Mmax- und Smax-Obergrenzen
  • Experten-Modus zur Prozessierung von sehr speziellem Audio-Material
  • Optimierte Presets für z. B. Streaming-Audio
  • Grafische Routing-Übersicht mit Signalpräsenz-Anzeige
  • Loudness-Berichte (Java Runtime Environment erforderlich)
  • Dynamischer "Low Latency"-Algorithmus
  • "Adaptive Morphing"-Technologie
  • Standalone-Anwendung und DAW-PlugIn
  • Alle gängigen PlugIn-Formate für Windows® und Mac® OS X
  • iLok-Kopierschutz